gsk unternehmensberatung
4. Sächsischer Gesundheitstag PDF Drucken

"Structure follows Strategy - Struktur muss der Strategie folgen"

"Wenn du schnell gehen willst, geh` allein.
Willst du weit gehen, geh´ zusammen mit Anderen."
Afrikanisches Sprichwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem Jahr steht der Sächsische Gesundheitstag unter der Devise eines afrikanischen Sprichwortes, wir stehen vor erheblichen Herausforderungen und können Sie nur gemeinsam erfolgreich annehmen.

Die GSK, das Land Sachsen, die Landeskrankenhausgesellschaft Sachsen und weitere Partner treffen  am 17. Dezember 2008 in der  Veranstaltungsreihe: 4. Sächsischer Gesundheitstag am Universitätsklinikum Leipzig zusammen.

Dieses Mitteldeutsche Gesundheitsforum, das in Kooperation mit Kliniken und anderen Partnern aus Gesellschaft, Politik und Industrie einmal im Jahr in Mitteldeutschland durchgeführt wird, bietet Gelegenheit sich praxisnah über die strategischen und operativen Entscheidungsgrundlagen, Chancen und pragmatische Lösungsansätze  inhaltlich und der Breite nach zu informieren, zu diskutieren und Projekte zu identifizieren außerhalb des sich stetig wiederholenden Kongressmarktes.

Die Eigentümer und Träger der medizinischen und pflegerischen Behandlung und Versorgung in Deutschland sowie die politischen Vertreter müssen zur Aufrechterhaltung der medizinischen Grundversorgung,  zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Qualitätssicherung in den kommenden Jahren zwei grundlegende Probleme klären:

Zum einen stehen die öffentlichen wie die privaten Krankenhäuser in Deutschland im Bereich des Investitionskapitals mit dem Rücken zur Wand, da zurzeit die Investitionsfinanzierung nicht über das laufende Budget der Krankenversicherungen abgedeckt ist und die Investitionsfinanzierung damit der jährlich wiederkehrenden, unkalkulierbaren Haushaltsdiskussionen der Länder und des Bundes sowie der Defizitdebatte unterliegen. Des Weiteren wirkt sich die bestehende Finanzkrise im erheblichen Ausmaße auf die Zinskosten im klinischen Investitionsbereich aus.

Jedes Jahr fehlen ca. 12 Milliarden Euro in den Kliniken, um eine Investitionsquote analog der Privatwirtschaft von 20% zu erreichen (momentan 7,9%), so dass  notwendige Investitionen zeitnah vorgenommen werden können, um Infrastrukturen in Stand zu halten.

Der hinzu kommende Investitionsstau ist beträchtlich. Standesorganisationen, wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft, beziffern ihn für 2006 mit rund 50 Milliarden Euro bei steigender Tendenz.

Zum Teil stellen die staatlichen Einrichtungen das Investitionskapital zeitnah nicht zur Verfügung. Dieses liegt zum einen an den hohen Defiziten der öffentlichen Hand, dem Anforderungsprofil, das sich aus den Maastricht-Kriterien ergibt und die daraus resultierende Konsequenz des Schuldenabbaus und zum anderen an den immer noch nicht ausreichenden Kompensationsmöglichkeiten durch Steuereinnahmen der öffentlichen Hand. Das gleiche gilt für die konfessionell ausgerichteten Kliniken und Gesundheitseinrichtungen.

Im Ergebnis: Ein steigender sich potenzierender Kapitalbedarf im Investitionssektor deutscher Gesundheitseinrichtungen steht zeitgleich im Gegensatz zu einer sinkenden Investitionsquote des Staates und freier Träger.

Zum anderen stellt uns die demografische Entwicklung vor ein Problem, für das keine Ausweichstrategie greift. Erforderlich sind nachhaltige Lösungsstrategien zur zeitnahen Beschaffung und Finanzierung optimierter Infrastrukturen.

Deutlich ist, dass die demografische Entwicklung den Anteil an älteren, multimorbiden Patienten in den kommenden fünf bis zehn Jahren signifikant steigen lässt, so dass der Behandlungs- und Pflegeaufwand wie auch die erhöhte Inanspruchnahme von Medikamenten und der Gesundheitsinfrastruktur wesentlich steigen werden.

Das Reservoir an Fachpersonal sinkt rapide und das noch vorhandene Personal wird im Durchschnitt älter, d.h. weniger belastbar.

Im Ergebnis: Weniger Fachpersonal, höher belastetes und älteres Personal, höhere Patientenzahlen und personalintensivere Patienten führen dazu, dass die infrastrukturellen und personellen Belastungsgrenzen der Gesundheitseinrichtungen in den kommenden fünf bis zehn Jahren personell und sachlich überschritten werden.

Die Gesundheitseinrichtungen stehen daher vor großen Herausforderungen, die unter Zugrundelegung derzeitiger Beschaffungs- und Investitionsmodelle solide und zeitnah nicht lösbar sind.

Kosten sollen gesenkt werden,  die Versorgungsqualität soll jedoch gleichzeitig stabilisiert, ja noch verbessert werden.

Diese Probleme können nur durch erhebliche Verdichtungen und Optimierungen der Infrastrukturen, kürzere Wege und durch flexibel gestaltete Unternehmensnetzwerke sowie durch Prävention gelöst werden, also durch wesentliche und  erhöhte Investitionen.

Die bisherigen Modelle zur Investitionsfinanzierung und Beschaffung von Infrastruktureinrichtungen führen zu keiner Lösung, wie es der stetig steigende Investitionsstau zeigt, die materiellen Privatisierungen stoßen auf zunehmend fehlende gesellschaftliche Akzeptanz. Daher sind neue Lösungsansätze zu suchen.

Entscheidend für eine zeitnahe Lösung ist die umgehende und substantielle Erweiterung der Entscheidungsspielräume im investiven Bereich, d.h.

  1. Kreditfähigkeit,  Optimierung unter Basel II Kriterien,
  2. Einhaltung der Maastrichtkriterien,
  3. Akquisitionsmöglichkeiten von Personal und Kapital in Kombination mit neuen Beschaffungsmodellen in Form von Public-Private-Partnership Ansätzen,
  4. uneingeschränkte Kooperationsfähigkeit,
  5. Effizientes Risikomanagement.

Auf dem 4. Sächsischen Gesundheitstag wird diskutiert, wie die Ausgangslage der deutschen Gesundheitswirtschaft, insbesondere die ambulante und stationäre Versorgung,  sich in den kommenden Jahren entwickelt und mit welchen Strategien und welcher Organisation sowie Technik dem zu begegnen ist, so dass die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit erhalten und gestärkt wird.

Die Veranstaltung ist durch die Landesärztekammer Sachsen als Fortbildungsveranstaltung gemäß Fortbildungsordnung anerkannt.

Eine begrenzte Teilnehmerzahl, die sich wohltuend von den üblichen Veranstaltungen abhebt, sichert einen fruchtbaren Austausch der Informationen. Ein Teilnehmerbetrag wird bewusst nicht erhoben.

Ich blicke daher mit großem Interesse diesem Sächsischen Gesundheitstag entgegen.

Wir hoffen auf einen intensiven Gedankenaustausch, eine lebhafte Diskussion und freuen uns auf Ihr Kommen.

Martin Henze
Geschäftsführer

GSK Strategy Consultants